Markdown für Notizen: Die wichtigsten Befehle
Ein paar Zeichen genügen für Überschriften, Listen, Links und Tabellen: die Markdown-Befehle, die man für Notizen wirklich braucht, als übersichtlicher Spickzettel.
Markdown formatiert Text mit einfachen Zeichen: Ein Rautezeichen macht eine Überschrift, zwei Sternchen machen ein Wort fett, ein Bindestrich am Zeilenanfang beginnt eine Liste. Für Notizen genügt rund ein Dutzend dieser Befehle. Der Vorteil ist, dass die Notizen als reine Textdateien unabhängig von jeder App lesbar bleiben.
Dieser Spickzettel zeigt die Befehle, die im Notizalltag wirklich gebraucht werden, und die Erweiterungen, die Apps wie Obsidian und Logseq zusätzlich verstehen. Warum offene Formate für eine langfristige Wissenssammlung wichtig sind, erklärt der Beitrag zum digitalen Zettelkasten.
Die Grundbefehle auf einen Blick
| Ziel | Markdown | Ergebnis |
|---|---|---|
| Überschrift Ebene 1 | # Titel |
große Überschrift |
| Überschrift Ebene 2 | ## Abschnitt |
Zwischenüberschrift |
| Fett | **wichtig** |
wichtig |
| Kursiv | *Begriff* |
Begriff |
| Durchgestrichen | ~~alt~~ |
|
| Liste | - Punkt |
Aufzählung |
| Nummerierte Liste | 1. Schritt |
nummerierte Aufzählung |
| Aufgabe | - [ ] offen |
Kontrollkästchen |
| Link | [Text](https://beispiel.de) |
klickbarer Link |
| Bild |  |
eingebettetes Bild |
| Zitat | > Satz |
eingerückter Zitatblock |
| Code im Text | `code` |
code |
| Trennlinie | --- |
horizontale Linie |
Überschriften
Überschriften beginnen mit einem bis sechs Rautezeichen, gefolgt von einem Leerzeichen. Ein Zeichen steht für die oberste Ebene, sechs für die tiefste. In Notizen genügen meist drei Ebenen:
# Notiztitel
## Abschnitt
### Unterabschnitt
Viele Apps nutzen die oberste Überschrift oder den Dateinamen als Titel der Notiz. Es ist sinnvoll, sich auf eine der beiden Varianten festzulegen.
Hervorhebungen
Ein Sternchen oder ein Unterstrich vor und nach einem Wort macht es kursiv, zwei machen es fett, drei kombinieren beides. Zwei Tilden streichen durch. Hervorhebungen sollten sparsam bleiben. Wenn jeder zweite Satz fett ist, fällt nichts mehr auf.
Einige Notiz-Apps, darunter Obsidian, kennen zusätzlich das Hervorheben mit zwei Gleichheitszeichen, etwa ==Kernaussage==. Das ist eine Erweiterung und wird nicht überall dargestellt.
Listen und Aufgaben
Ungeordnete Listen beginnen mit einem Bindestrich, einem Sternchen oder einem Pluszeichen. Nummerierte Listen beginnen mit einer Zahl und einem Punkt. Unterpunkte entstehen durch Einrücken mit Leerzeichen oder Tabulator:
- Projekt Umzug
- Kartons besorgen
- Nachsendeauftrag stellen
1. Angebot einholen
2. Termin festlegen
Aufgaben schreibt man als Listenpunkt mit eckigen Klammern. Ein Leerzeichen dazwischen bedeutet offen, ein x bedeutet erledigt:
- [ ] Bericht lesen
- [x] Literatur bestellen
Die meisten Apps zeigen daraus anklickbare Kontrollkästchen. In Obsidian lassen sich offene Aufgaben über alle Notizen hinweg suchen, Logseq kennt zusätzlich eigene Schlüsselwörter für Aufgabenstatus.
Links und Bilder
Ein Link besteht aus dem sichtbaren Text in eckigen Klammern und der Adresse in runden Klammern. Bilder werden genauso geschrieben, mit einem Ausrufezeichen davor. Der Text in eckigen Klammern dient dann als Bildbeschreibung.
[Projektseite](https://beispiel.de/projekt)

Für Verweise auf andere Notizen im selben Ordner genügt der relative Pfad zur Datei, etwa [Leseliste](leseliste.md).
Wikilinks: Notizen verknüpfen
Für das Verknüpfen von Notizen haben sich doppelte eckige Klammern durchgesetzt, sogenannte Wikilinks. Statt eines Pfades steht nur der Titel der Zielnotiz darin:
| Schreibweise | Bedeutung |
|---|---|
[[Notiztitel]] |
Link auf eine Notiz |
[[Notiztitel#Abschnitt]] |
Link auf eine Überschrift in der Notiz |
[[Notiztitel|anderer Text]] |
Link mit abweichendem Anzeigetext |
![[Notiztitel]] |
Inhalt der Notiz einbetten |
Diese Schreibweise verstehen unter anderem Obsidian, Logseq und Zettlr. Sie ist kein Teil des Standards. Wie man Obsidian als verknüpfte Wissenssammlung einrichtet, zeigt der Artikel Zettelkasten mit Obsidian.
Zitate und Codeblöcke
Ein Größer-als-Zeichen am Zeilenanfang macht aus dem Absatz ein Zitat. Für Literaturnotizen ist das praktisch, weil wörtliche Zitate sofort von eigenen Gedanken unterscheidbar sind. Die Quelle gehört direkt darunter.
Codeblöcke beginnen und enden mit drei Backticks. Ihr Inhalt wird nicht formatiert, was sich auch für Befehle, Konfigurationen oder Textbausteine eignet, die genau so erhalten bleiben sollen.
Tabellen
Tabellen entstehen aus senkrechten Strichen und einer Trennzeile aus Bindestrichen. Die Spalten müssen nicht exakt untereinander stehen:
| App | Format |
| --- | --- |
| Obsidian | Markdown |
| Notion | Cloud |
Für größere Tabellen ist Markdown umständlich. Viele Apps bieten deshalb einen Tabelleneditor, der die Zeichen im Hintergrund schreibt.
Metadaten im Kopfbereich
Viele Notiz-Apps lesen einen Kopfbereich zwischen zwei Zeilen mit drei Bindestrichen am Anfang der Datei. Dort stehen Angaben wie Schlagwörter, Datum oder Status im YAML-Format:
---
tags: [lesen, psychologie]
erstellt: 2026-10-26
status: entwurf
---
Obsidian zeigt diesen Bereich als Eigenschaften an und kann danach filtern. Wer Notizen später automatisiert auswerten möchte, profitiert von einheitlichen Feldnamen.
Typische Fehler
- Leerzeichen vergessen:
#Titelohne Leerzeichen ist in vielen Apps keine Überschrift, sondern ein Tag. - Fehlende Leerzeile: Vor Listen und Tabellen braucht es oft eine Leerzeile, sonst werden sie als normaler Text angezeigt.
- Unterschiedliche Erweiterungen: Hervorhebungen, Fußnoten oder Wikilinks sehen in einer anderen App unter Umständen anders aus.
- Sonderzeichen in Dateinamen: Doppelpunkte, Schrägstriche und Fragezeichen machen beim Synchronisieren zwischen Betriebssystemen Probleme.
Welche Apps Markdown nutzen
Lokale Markdown-Dateien speichern unter anderem Obsidian, Logseq und Zettlr. Joplin schreibt Notizen in Markdown und exportiert sie in diesem Format. Notion, Bear und viele andere Apps verstehen Markdown-Kürzel beim Schreiben, speichern aber in eigenen Formaten. Eine Übersicht kostenloser Programme mit offenen Formaten gibt der Beitrag zu kostenlosen Notiz-Apps.
Fazit
Markdown ist schnell gelernt: Überschriften, Hervorhebungen, Listen, Aufgaben, Links und Zitate decken den größten Teil des Notizalltags ab. Wer dazu Wikilinks und einen einheitlichen Kopfbereich nutzt, hat eine Wissenssammlung, die unabhängig von jeder App bleibt und sich jederzeit weiterverarbeiten lässt.
Fragen und Antworten
- Was ist Markdown?
- Markdown ist eine einfache Auszeichnungssprache. Formatierungen werden mit gewöhnlichen Zeichen wie Rautezeichen und Sternchen geschrieben, der Text bleibt dabei auch ohne Programm lesbar. Markdown-Dateien sind reine Textdateien und lassen sich mit fast jedem Editor öffnen.
- Warum eignet sich Markdown so gut für Notizen?
- Weil die Notizen nicht an eine App gebunden sind. Eine Markdown-Datei lässt sich in Jahrzehnten noch öffnen, in andere Programme übernehmen, durchsuchen und versionieren. Zudem schreibt man schneller, weil die Hand nicht zur Maus wechseln muss.
- Gibt es einen Standard für Markdown?
- Das ursprüngliche Markdown ließ manche Fälle offen. Mit CommonMark gibt es eine genaue Spezifikation, auf der viele Programme aufbauen. Erweiterungen wie Tabellen, Aufgabenlisten und Durchstreichen stammen aus der Variante von GitHub und werden von den meisten Notiz-Apps unterstützt.
- Funktionieren Wikilinks in jeder Markdown-App?
- Nein. Doppelte eckige Klammern sind kein Teil von CommonMark, sondern eine Erweiterung, die unter anderem Obsidian, Logseq und Zettlr verstehen. Andere Programme zeigen sie als normalen Text. Wer maximale Kompatibilität möchte, kann in Obsidian auf Standard-Markdown-Links umstellen.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion IdeaNotes.